Mozarteum Salzburg vs FK-WPH

vs
8. August 2016
Spielstand: 2 - 4

Spielbericht

FK WPH : Mozarteum Salzburg 4:2 (2:2)

Nachdem das Jahr 2015 trotz drückender Überlegenheit eine unverdiente Niederlage und eine riesengroße Enttäuschung für die erfolgsverwöhnten Athleten der philharmonischen Truppe gebracht hatte, tüftelte der Teamchef der roten Teufel aus Wien eine sehr ungewöhnliche Taktik aus und überraschte die Mozartstädter mit einer Doppelsechs, bestehend aus den  kampfstarken Stangl und Janezic Buben und ein extrem flexibles Offensivpaket mit Berger als neuem Spitzenstürmer. Ottensamer Daniel gefiel sich und dem Publikum in der Rolle, die seine Rückennummer schon immer forderte. Aufgrund einer langfristigen Verletzung war er nicht mit Sprintaufgaben betraut, das auferlegte der Trainer dem jungen Berger, sondern zentral im Mittelfeld als Ballverteiler eingesetzt, und an dieser Aufgabe immer mehr Gefallen findend, ordnete er das Spiel. Der Kapitän, dadurch in seiner früheren Rolle als hängende Spitze agierend, harmonierte prächtig mit seinem Kompagnon, doch es war eine geniale Aktion des jungen Janezic, der sich in der 16. Minute des Spielgerätes bemächtigte und seinen alten Herren mustergültig in die Schnittstelle der Abwehrkette entsandte. Dieser fackelte nicht lange und ließ dem herauseilenden Schlußmann mit einem satten Schuß ins lange Eck keine Chance. Dieser hochverdienten Führung folgte sofort das 2:0 in der 17. Minute, das der mehr oder weniger pfeilschnelle Lechner über die rechte Seite herausgearbeitet hatte, indem er Koncz mit einer präzisen Flanke versorgte und dieser wiederum technisch perfekt per Kniescheibe dem wirklich pfeilschnellen Berger mustergültig servierte. In der Folge dominierten die Wiener und erarbeiteten sich eine Feldüberlegenheit, die sie in trügerischer Sicherheit wog. Als nämlich im zentralen Mittelfeld sich eine allgemeine Ermattung breit machte, kam der Gegner vom Lande äußerst glücklich zu zwei Geschenken, die ihm die philharmonische Hintermannschaft anscheinend freudig präsentierte. In den Minuten 26 und 29 versetzten die Salzburger ihren Wiener Kollegen einen Doppelschlag, der dem überraschten Publikum ein Raunen abrang. Die Roten wußten auch nicht recht eine Antwort, zu sicher hatten sie sich zuvor gewähnt. Manch einer sah schon wieder das Unheil herandräuen und die weithin bekannte Salzburger „Masen“, die auch schon in den Jahren zuvor den Mozartknaben nicht abhold war, durch die Stadiontore hereinlugen.
Doch die Halbzeitpause beendete die Unsicherheit. Eine der berühmten flammenden Ansprachen des Teamchefs, der seine Jungs neu ordnete und mit seiner Begeisterung einpeitschte, brachte die Wende. Noch mehr kämpften die Wiener und mit eisernem Willen,  Kraft und Hingabe riß man das Heft des Spieles wieder an sich. Angriffswelle um Angriffswelle rollte auf das gegnerische Tor, rechts Lechner, der Veteran, links Koncz, der immer mehr die Rolle eines jungen Ronaldo oder Ryan Giggs spielt, stellten eine Flügelzange dar, die die angeknackste Nuß, nämlich die Abwehr rund um Kapitän Gräf, zermalmten.Und dennoch blieb es einem Urgestein vorbehalten, den Flachgauern den Todesstoß zu versetzen. Unser ewiger Benjamin Schmidinger, der immerwährende Jungspund überrannte im Zusammenspiel mit Traxler die gesamte rechte Flanke der Violetten, und mit einer präzisen Flanke bedachte er den neuen Stürmerstar der Wiener. Berger köpfte in souveräner Manier sein viertes Saisontor (58.). Von da an gabs kein Halten mehr, und während der Teamchef kurz rastete, erzwang Benjamin Lichtenegger, der Violinvirtuose der philharmonischen Sommerakademie, einen lupenreinen Strafstoß. Alle hielten den Atem an. Der Einser-Elferschütze nicht auf dem Platz. Alle, bis auf einen. Ottensamer grantelte zum Schiedsrichter :“Ich darf eh nicht schießen!“ und so geschahs. Janezic tauschte eiskalt und ohne eine Miene zu verziehen den ahnungslosen Lechner aus und riß gewohnt egoistisch das Spielgerät an sich. Zu seiner Verteidigung muß man anmerken, er hatte in der ersten Hälfte großzügigst auf die Ausführung eines Freistosses zugunsten des Soloklarinettisten verzichtet, andere wiederum behaupten, das habe er nur getan, weil der Ball ohnehin für einen Linksfuß äußerst ungünstig gelegen war. Wie dem auch sei. Dank seiner Nerven, die dem Zugseil der Untersbergbahn ähneln sollen, verwandelte der Kapitän in Minute 74 sicher und schloß in der Saisonwertung zum kometenhaften Berger auf. Die Wiener Fans,die mit Fahnen und einem nicht näher definierten, naja, Instrument das Salzburger Publikum schon zuvor terrorisiert hatten, waren kaum mehr von einem Platzsturm abzuhalten. So pfiff Schiedsrichter Kirschner die Partie pünktlich ab. Erwähnenswert wäre noch der Idealismus mit dem sogar die Ersatzspieler der Meisterkicker aus Wien agierten. Oliver Madas kam erst in der Schlußphase und Teamoldie Mayr sah von einem Einsatz überhaupt ab , um die Harmonie und Kontinuität im philharmonischen Spielfluß nicht zu gefährden. Nur mit so einer starken und disziplinierten Ersatzbank sind solche Sternstunden überhaupt möglich, wie auch ein sichtbar begeisterter Ehrenkapitän Hindler im Publikum wohlwollend anmerkte.
Die Pokalübergabe im Anschluß an das Spiel aus der Hand des Vorjahressiegers Gräfs fand äußerst zögerlich und widerwillig statt und machte Lust aufs nächste Jahr, wo jedoch unserer Meinung nach der Sieger wohl wieder nur WIENER PHILHARMONIKER wird heißen können!!!

Aufstellung: Ettlinger; Traxler, Schmidinger, Wimmer, Janezic Thomas, Stangl, Lechner, Ottensamer, Koncz, Janezic Ronald, Berger ; Ersatz : Lichtenegger, Madas, Mayr

Aufstellung

1. Johannes Ettlinger
2. Christoph Koncz
5. Oliver Madas
7. Benjamin Schmidinger
8. Ronald JanezicTorTor
9. Thomas Janezic
10. Daniel Ottensamer
11. Thomas Lechner
14. Herbert Mayr
15. Christoph Traxler
22. Wimmer Christoph
26. Armin BergerTorTor
31. Dominik Palla

Auswechslungen